ESP Easy: Installation und Konfiguration

ESP Easy ist eine Firmware für Mikrocontroller die mit einen ESP Chip arbeiten. In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du die Firmware ESP Easy installierst und konfigurierst. Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen!

Eine berechtigte Frage ist natürlich, warum solltest du ESP Easy verwenden? Die Antwort ist klar: ESP Easy ist simpel zu installieren und einfach einzurichten. Man kann alles über einen Webbrowser steuern und verwalten. Ebenso ist die Einbindung in Controller, wie etwa ioBroker, openHAB, Domoticz und FHEM, einfacher zu handhaben.

Alle Mikrocontroller, die unterstützt werden, findest du auf dieser Seite.

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ESP Easy kann auch über den Mikrocontroller Sensoren, Taster, LEDs und und vieles mehr ansteuern. Welche Hardware-Komponenten genau unterstützt werden, kannst du hier einsehen.

So installierst du ESP Easy

  1. ESP Easy kannst du hier herunterladen: https://github.com/letscontrolit/ESPEasy/releases. Einfach auf der Seite bis zum Punkt „Assets“ runterscrollen und anschließend auf den Link klicken. Je nachdem, welchen Mikrocontroller du nutzt, musst du jetzt prüfen, welcher Download der richtige ist. Schaue am besten da nach, wo du ihn gekauft hast.
  2. Nachdem du die richtige Variante heruntergeladen hast, musst du diese entpacken. Ich empfehle für diesen Fall das kostenlose 7-Zip: https://7-zip.de/download.html. Du kannst aber auch jeden anderen Entpacker nutzen.
  3. In dem entdeckten Ordner findest du eine Datei namens ESP.Easy.Flasher.exe. Diese musst du nun per Doppelklick starten.
  4. Schließe nun deinen Mikrocontroller per USB an, danach klickst du auf die grünen Symbole ganz oben rechts. Jetzt sollte die Meldung „No online COM ports found!“ nicht mehr erscheinen.
ESP Easy Flasher
Klicke im ESP Easy Flasher auf das Symbol oben rechts!

Falls nichts angezeigt wird, solltest du unter „Geräte-Manager“ (Rechtsklick auf das Windows Symbol unten links) und „Anschlüsse (COM & LPT)“ prüfen, ob etwas angezeigt wird. Sofern dies nicht der Fall sein sollte, testest du das Ganze noch einmal mit einem anderen Kabel. Da einige Kabel nicht als Daten-, sondern als reine Ladekabel verkauft werden, kann der Fehler hier liegen. Sollte eine Meldung mit einem Fehlersymbol angezeigt werden, fehlt dir der richtige Treiber für den USB-Chipsatz. Hier findest du einige Treiber für Windows, falls das Problem auftritt:
CH340/341 Treiber für Windows: http://www.wch.cn/download/CH341SER_ZIP.html
CP2101 Treiber für Windows: https://www.silabs.com/developers/usb-to-uart-bridge-vcp-drivers

  1. Auswahl der richtigen Firmware: Hier solltest du bei dem Shop nachschauen, bei dem du den Mikrocontroller gekauft hast. Du benötigst den ESP-Chipsatz und die Größe des Flash-Speichers für die Ermittlung der richtigen Firmware-Version. Diese ist nach dem folgenden Muster aufgebaut: ESP_Easy_mega_RELEASEDATUM_VERSION_CHIPSATZ_FLASHSPEICHER.bin
  2. Es könnte sein, dass noch andere Angaben dazwischen oder dahinter stehen. Diese benötigst du aber im Normalfall nicht. In meinem Beispiel kommt ein D1 Mini Lite zum Einsatz, der über einen ESP8285 Chipsatz und einen Flashspeicher von 1 MB verfügt. Daher wähle ich folgende Version: ESP_Easy_mega_20210114_normal_ESP8285_1M.bin.
    Hinweis: Möchtest du ESP Easy nicht weiter nutzen, kannst du ganz unten in der Liste die passende blank_FLASHSPEICHER.bin auswählen, um den Vorgang wieder rückgängig zu machen.
  3. Jetzt haben wir die Grundeinstellungen erledigt, das heißt, wir können das Ganze nun „flashen“. Dazu musst du einfach nur auf Flash ESP Easy FW klicken. Im Anschluss heißt es: abwarten, bis die folgende Meldung in der blauen Box erscheint. Danach musst du den Mikrocontroller neu starten.
Erfolgsmeldung
Diese Meldung bedeutet – Du warst erfolgreich!

Sollte es bei dir anders aussehen, kontrolliere am besten noch einmal alles und prüfe, ob kein anderes Programm den COM Port belegt, wie z. B. Arduino IDE.

So konfigurierst du ESP Easy

  1. Nach der erfolgreichen Installation findest du auf deinem Laptop oder Smartphone das WLAN Netz ESP-Easy. Das zeigt dir, dass die Installation geklappt hat.
  2. Nun hast du zwei Möglichkeiten, um ESP Easy deine WLAN-Daten mitzuteilen.
    Erste Variante: Du verbinden dich mit dem ESP-Easy-WLAN. Das Passwort lautet: configesp

Danach kommst du über die folgende Adresse auf das Web-Interface:
http://192.168.4.1
Zweite Variante: Empfehlenswerter ist die Variante, bei der auf das Flashtool zurückgegriffen wird. Dazu musst du nur im Feld „Wifi“ dein WLAN-Netz und das WLAN Passwort eintragen. Da du aber nicht auf deinem Router nach der IP suchen möchtest, solltest du die Felder „Name“ und „Number“ ausfüllen. Hier ein Screenshot, der zeigt, wie das aussehen könnte:

Konfiguration des WLANs
Gebe hier die Daten deines WLANs ein!


Nachdem du die entsprechenden Felder ausgefüllt hast, musst du nur noch auf „Program only“ klicken. Wenn du alles richtig gemacht hast, sollte – wie in diesem Beispiel – der Zugriff über http://d1lite möglich sein.

Das Interface deines Mikrocontrollers.
Zugriff auf deinen Mikrocontroller über http://d1lite

  1. Hast du es soweit geschafft? Super. Jetzt musst du aber noch einige Grundeinstellungen vornehmen. Ich werde hier von links nach rechts arbeiten und nur auf das Wesentliche eingehen.
  2. Unter dem Reiter Config solltest du die Einstellungen, die du mit dem Flashtool gemacht hast, wiederfinden. Dasselbe gilt für einige andere Optionen, die ich stichpunktartig durchgehe:
    Admin Password: Schützt das Web-Interface mit Passwort und Login Name: admin
    Fallback SSID/WPA Key:  Wird genutzt, wenn das normale Interface nicht verfügbar ist.
    WPA AP Mode Key: Wenn kein WLAN gefunden wird, geht er in den AP-Modus. Hier kann das Passwort dafür festgelegt werden. Standard: configesp
    Client IP block level: Hier kannst du einstellen, ob der Zugriff nur in einem lokalen Netzwerk (Allow Local Subnet), für alle (Allow All) oder nur für einen bestimmten IP-Bereich (Allow IP range) erlaubt sein soll.
  3. Der Reiter Controllers ist für diejenigen interessant, die einen Homeserver wie etwa FHEM oder iobroker nutzen. Diese Controller können den ESP steuern oder Daten auslesen. Auf diesen Punkt gehe ich hier nicht weiter ein, da die betroffenen Nutzer ohnehin am besten wissen, welche Einstellungen sie vornehmen müssen.
  4. Der Reiter Hardware ist weniger interessant, da hier die Einstellungen soweit passen sollten, außer wenn es z. B. vom GPIO eines I2C Interface belegt sein sollte und du dort etwas anderes angeschlossen hast, das dann belegt wäre. Des Weiteren kannst du unter GPIO boot States festlegen, ob der angeschlossene Sensor, LED usw. standardmäßig an (Output HIGH) oder aus (Output LOW) sein soll.
  5. Der Reiter Devices ist interessant für alle Nutzer, die einen Sensor oder Ähnliches angeschlossen haben. In der Auswahl siehst du alle von ESP Easy unterstützen Devices. Auf jeden Eintrag einzeln einzugehen, würde jedoch den Rahmen sprengen.
    Schaue am Besten auf der folgenden Seite nach um die richtigen Einstellungen zu finden: https://www.letscontrolit.com/wiki/index.php?title=Devices
  6. Der Reiter Notifications ist im Grunde genommen hinfällig. Hier kann Buzzer gewählt werden.
  7. Der Reiter Tools entspricht weitgehend dem Reiter Config, doch bietet er sogar noch weitere Optionen. Ganz oben unter Command könnt ihr Befehle an den ESP schicken.
    Reboot: Startet den ESP neu.
    Log: Gibt die aktuellen Log Daten aus.
    Info: Zeigt Systeminformationen an.
    Advanced: Bietet zusätzliche Optionen an. Hier gibt es Punkte, die ihr einstellen solltet. Aktiviert den Punkt Rules – den werdet ihr irgendwann bestimmt brauchen, denn mit dieser Funktion könnt ihr Codefetzen einfügen, um Daten oder Befehle bzw. Klauseln wie „if“ und „else“ zu nutzen. Aktiviert auch Use NTP und tragt hier z. B. de.pool.ntp.org ein. Mit dieser Option holt sich der ESP die aktuelle Uhrzeit aus dem Internet. Wenn NTP aktiviert ist, müsst ihr bei Timezone Offset (UTC+) „60“ eintragen, ansonsten stimmt die Uhrzeit nicht. Unter dem Punkt Webserver port könnt ihr eurem ESP einen anderen Port geben, damit er noch sicherer wird.

System Variables: Hier findet ihr die Variablen, die ihr in den Rules benutzen könnt.
Load: Hier könnt ihr z. B. die Einstellungen eines anderen ESP hochladen.
Save: Hier könnt ihr die Einstellungen speichern, als Backup oder für den Fall, dass ihr mehrere ESPs einrichten möchtet.
Update Firmware: Hier könnt ihr euer ESP Easy ganz einfach updaten, sofern genug Platz vorhanden ist. In meinem Beispiel steht hier WARNING OTA not possible, da ich nur 1 MB Flash habe.
File browser: Hier könnt ihr alle wichtigen Dateien downloaden, die von ESP geschrieben und gelesen werden.

Factory Reset: Setzt den ESP Easy auf seine Startwerte zurück, so, als hätten wir einen Flash durchgeführt.

  1. Der Reiter Rules ist nur sichtbar, wenn er unter Advanced aktiviert wurde. Hier könnt ihr mit 4 Rules Sets arbeiten. Diese Sets werden nach und nach abgearbeitet. Ihr könnt in ein Set bis zu 2048 Zeichen eintragen. Aus diesem Grund gibt es vier davon – so ist genügend Platz vorhanden, falls ihr doch mal mehr Code schreiben möchtet. Ihr findet oben neben den Klappfeld ein Fragezeichen und ein i-Symbol. Dort wird euch erklärt, wie der Code für die Rules aussehen müsste.

Herzlichen Glückwunsch du hast es jetzt geschafft!


Das war es auch schon. Sollten wir in einem Projekt ESP Easy einsetzen, werdet ihr dort auch die Devices und die Rules dazu finden. Hier ging es lediglich um die Grundlagen zu ESP Easy. Diese sind insbesondere Wichtig für den nächsten hier erscheinenden Blogbeitrag zum Thema CO2-Ampel

Wir wünschen dir viel Spaß bei der Umsetzung deines Projekts!

Dein BerryBase Team

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