Raspberry Pi Betriebssysteme im Vergleich

Beim Einrichten deines Raspberry Pis stellt sich schon vor dem flashen der SD-Karte die erste wichtige Frage: Welches Raspberry Pi Betriebssystem?

Es ist schon lange nicht mehr so, dass das Raspberry Pi OS (Raspbian) die einzig funktionierende Wahl ist. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Optionen, die alle für verschiedene Anwendungen konzipiert wurden. Die meisten davon weisen keinerlei größere Bugs oder Probleme auf.

Da nicht jeder technisch gleich versiert ist und manche Raspberry Pi Betriebssysteme eine gewisse Grundvertrautheit mit dem Linux Ecosystem erfordern, wir die folgende Liste nach Schwierigkeit sortiert sein: Von Noob bis Kernel Dev wird also für jeden etwas dabei sein. Hierbei sollte noch erwähnt werden, dass es keinesfalls tragisch ist, wenn man sich für eine einfachere Distribution entscheidet, da diese häufig auch ohne viele Anpassungen funktionieren. Wobei bei den komplexeren einiges an

Manche der OS’s sind sehr Projekt spezifisch, wir werden diese aber trotzdem erwähnen, da dies ein weit gefasster Überblick in die verschiedenen Möglichkeiten bieten soll.

Raspberry Pi Betriebssysteme im Überblick

Raspberry Pi

Ob du dein eigenes Smart Home baust, einen Mail-Server benötigst oder eine Fotobox für die nächste Hochzeit bauen willst – der Raspberry Pi hat sich in den letzten Jahren als zuverlässiger Minicomputer für die verschiedensten Projekte bewährt. Profiprogrammierer und Hobbybastler nutzen ihn gleichermaßen beruflich und privat. Grundlage für dein Projekt ist jeweils ein Betriebssystem, das zu deinen Ansprüchen und deinem Vorwissen passt. Grundsätzlich verfügen fast alle großen Betriebssysteme über eine sehr aktive Community, die bei Fragen und Problemen Hilfe bietet. Der Download von NOOBS (New Out of the Box Software) kann beim Einstieg nützlich sein. NOOBS wurde als Installationsassistent von der Raspberry Pi Foundation entwickelt und erleichtert dir den Einstieg in Rasperry-Pi-Projekte.

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Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian): Das offizielle Betriebssystem der Raspberry Pi Foundation

Raspberry Pi OS / Raspberry Pi Betriebsystem der Raspberry Pi Foundation

Der Klassiker unter den Raspberry Pi Betriebssystemen basiert auf Debian und wurde speziell für den Einplatinencomputer optimiert. Raspberry Pi OS erschien bereits kurz nach dem Start des ersten Raspberry Pi und wird offiziell von der Raspberry Pi Foundation unterstützt. Es gibt eine einsteigerfreundliche Version mit Desktop-Interface. Eine große Fülle an Tools und Ressourcen macht dieses Betriebssystem für Raspberry-Pi-Einsteiger besonders attraktiv. Ob Mail-Client, Schreibprogramm oder Spiele – die Software-Bibliothek ist hier reich bestückt. In der Lite-Version, die sich eher an Fortgeschrittene richtet, setzt Raspberry Pi OS auf schnellere Bootzeiten und liefert mit dem Minimalsystem nur die notwendigsten Features. So verzichtet Raspbian Lite etwa auf Desktop-Fenster und Java-Pakete.

Download und Installation von Raspbian erfolgt über Raspbian Installer oder Image auf eine SD-Karte. Alternativ kannst du dafür auch hier eine von uns vorbereitete SD Karte mit NOOBS bestellen.

Ubuntu (Core) Server & Desktop

Ubuntu Core  Desktop / Raspberry Pi Betriebssystem

Ubuntu ist eine der beliebtesten Linux-Distributionen und für den Pi als Server und Desktop Version verfügbar. Ähnlich wie beim Raspberry Pi OS basiert Ubuntu auf Debian und somit hast du ähnliche Vorteile wie, viele Packages dank apt, stabiles Arbeiten dank stable Releases.

Die Server-Variante kommt ganz nackt ohne Desktop Oberfläche und nur den wichtigsten Paketen. Bei der Desktop Option hingegen gibt es eine vollwertige Gnome Desktop Umgebung, damit ist alles verfügbar, was du brauchst um den Pi als Desktop PC zu nutzen.

Ubuntu Core für den Pi kannst du hier downloaden, außerdem können wir dir diesen Guide empfehlen um dein System vorzubereiten.

LibreELEC: Media Center mit KODI

LibreELEC Raspberry Pi Betriebssystem für MediaCenter

Falls du vor hast, deinen Pi als Media Center zu verwenden, kommst du an der Anwendung KODI nicht vorbei, da diese sich mittlerweile als Standart hierfür durchgesetzt hat. Du kannst damit einfach Videos schauen und Musik hören. Eine große Stärke von KODI ist die riesige weltweite Community, die ständig neue Erweiterungen heraus bringt. Somit kannst du dein MedienCenter um viele Funktionen erweitern: Netflix, Amazon Prime Video, ARD / ZDF Mediathek & Youtube sind nur wenige Beispiele eines riesigen Pools an Möglichkeiten.

Da KODI eine normale Anwendung ist, könntest du es auf jeder beliebigen der genannten Plattformen installieren, was aber ganz klar für LibreELEC spricht, ist das es nur für KODI optimiert ist und somit auf alle anderen Dienste verzichtet. Damit hast du ein OS was für die Anwendung Media Center optimiert ist, und in diesem Fall auch unserer Meinung nach die erste Wahl sein sollte.

LibreELEC kannst du entweder über den verfügbaren SD Card Creator installieren oder das Image herunterladen und nach deinem belieben flashen. Den Download findest du hier.

HiFiBerry OS: Das OS für Audio Projekte

Dieses OS ist nur eine Option, wenn du als Zubehör für dein Projekt ein Produkt der Firma HiFiBerry benutzt. Hier findest du alle Produkte die in Frage kommen bei uns im Shop.

Der Hersteller HiFiBerry hat sich schon längst einen Namen unter allen Audiophilen bastlern gemacht. Mit einer großen Auswahl an Audio Erweiterungsboards für den Raspberry Pi, findet hier jeder das richtige HAT für sein Projekt.

Mit dem HiFiBerry OS kannst du zum Beispiel deine alte analoge Box ins 21. Jahrhundert holen. Es gibt eine Weboberfläche, von der alle Funktionen gesteuert werden können, egal ob Webradio, Spotify Connect oder direkt vom Nas gestreamt, hier sind dir keine Grenzen gesetzt.

Weitere Informationen und Downloads findest du hier.

RetroPie: Retro Gaming Konsole

RetroPie verwandelt dein Raspberry Pi in eine Retro Gaming Maschine. Es ist sehr einfach möglich verschiedene Konsolen wie Amiga, Apple II, verschiedene Atari Systeme, Gameboy und Playstation 1 & 2.

Du findest im Internet eine Großzahl von Spielen für die verschiedenen Konsolen, die perfekt auf RetroPi funktionieren.

Novice

DietPi: Schmales Betriebsystem / Viele Möglichkeiten

Wenn du auch zu den Minimalisten der Makerszene zählst, ist DietPi für dich. Hier wird der Fokus auf Funktionalität bei minimaler Speicheranforderung gelegt.

Das System ist gut für die Hardware optimiert und läuft, da es auch auf Debian basiert, sehr stabil. Es gibt sehr gute Möglichkeiten, das System nach deinen Wünschen zu konfigurieren und viele Software Pakete sind genau für DietPi optimiert. Die Community um DietPi ist außerdem sehr aktiv und auf Fragen im Forum wird meistens schnell geantwortet.

Außerdem hast du die Option sehr einfach eine andere Desktop Umgebung zu installieren. Unterstützt wird unter anderem: LXDE, LXQt MATE, XFCE

Um deine Software Diät zu starten, lade hier das aktuelle Image herunter, außerdem können wir dir die ausführliche Dokumentation ans Herz legen.

RISC OS: Drag and Drop für den Raspberry Pi

RISC OS / Raspberry Pi Betriebssystem

Das RISC OS basiert auf Arthur und ist damit eine Alternative zu den Linux-Betriebssystemen für Einplatinencomputer. Das System gibt es schon seit 1980 und kommt mit schlanken 119MB auf deiner SD Karte aus.

Von anderen Systemen hebt sich RISC OS durch seine Drag-and-Drop-Technik ab. Dateien öffnest du nicht direkt in einem Programm, sondern musst sie ins Fenster des Programms ziehen. Das könnte anfangs für dich etwas gewöhnungsbedürftig sein. Der Systemkern ist sehr schlank und ist modular aufgebaut, sodass du ihn gut erweitern kannst.

Das Image von RISC OS kannst du auf der Projektseite downloaden und dann auf einer SD-Karte installieren.

Advanced

Arch Linux: Individuelle Konfiguration deines Raspberry Pi

Arch for Arm Raspberry Pi OS

Die schlanke Linux-Distribution ist bei Bastlern schon seit Jahren sehr beliebt. Hier steht der Nutzer im Fokus, der die volle Kontrolle über das ansonsten minimalistisch gehaltene System bekommt. Kein Wunder also, dass Arch Linux auch gerne als Betriebssystem für den Raspberry Pi genutzt wird.

Updates gibt es für das ressourcenarme OS, dank des Rolling Release Cycle, regelmäßig in kleineren Paketen. Volle Kontrolle bedeutet allerdings auch volle Verantwortung. Daher solltest du dich bereits ein wenig mit der Materie auskennen, wenn du dieses OS nutzt – nicht zuletzt, um das System optimal für deine Zwecke anzupassen. Dafür eignet sich Arch Linux sehr gut für kreative Projekte, die eine individuelle Umsetzung erfordern.

Auf der Projektseite kannst du Arch Linux für deinen Pi herunterladen und findest weitere Hilfen.

Kali Linux: Hacking & Penetration Testing Distro

Du hast Mr. Robot gesehen und möchtest jetzt gerne auch Hacking lernen

Kali Linux ist eine auf Debian besierende Linux Distribution, die sich vor allem an Penetrationtester und IT Security Interessierte richtet. Aufgrund dessen, ist schon ein gewisses Maß an Know How wichtig um Kali effektiv nutzen zu können.

Zu den beliebten Tools, die mit Kali mitgeliefert werden gehören: Aircrack-ng Suite für WiFi Hacking, BurpSuite für Web Pen-Testing, Wireshark für Sniffing, Nmap für Scanning & Recon, etc.

Um mit Kali zu starten, lade dir hier das offizielle Image herunter.

Pidora: Fedora für den Pi

Der Remix der Linux-Distribution Fedora ist nicht unbedingt ressourcenschonend und wurde daher schon früh als Standard-Betriebssystem für den Pi von Raspbian abgehängt. Für Multimedia-Projekte empfiehlt sich Pidora auch immer noch nicht. Überzeugend ist allerdings der Headless-Modus. Mit dem kannst du auf deinen Pi ohne Display oder Monitor zugreifen. Die Konfiguration erfordert aber ein wenig Erfahrung. Daher ist Pidora für Anfänger eher nicht geeignet.

Auf der Projektseite von Pidora erfährst du alles zu Download und Installation.

Windows 10 IoT Core: Vernetzte Projekte für Windows-Fans

Windows 10 IoT Core wendet sich sowohl an Embedded-Entwickler als auch Maker, die mit ihrem Pi individuelle Projekte umsetzen wollen. Dabei kümmert sich Microsoft selbst um die Weiterentwicklung, bietet aber viele Hilfen und sogar einen eigenen Support für Nutzer an. Das Betriebssystem für den Raspberry Pi ist kostenlos, aber eben nicht individuell konfigurierbar wie andere Systeme. Es ist speziell für vernetzte Projekte ausgelegt. Sogar Elektromotoren lassen sich ansteuern. Windows 10 IoT Core ist bereits in NOOBS integriert und wird von der Raspberry Pi Foundation als Alternative zu Raspbian empfohlen.

Das OS kannst du alternativ direkt bei Microsoft herunterladen. Dort findest du auch beispielsweise Lernvideos.

FreeBSD: Das Raspberry-Pi-Betriebssystem für Server

FreeBSD ist Unix-ähnlichen und basiert auf der Berkeley Software Distribution (BSD), die insbesondere durch ihre Sicherheits-, Speicher- und Netzwerk-Features so beliebt wurde. Daher wird es insbesondere für Server-Umgebungen genutzt. Wer sich in die umfassende Schnittstellendokumentation einarbeitet, kann das Betriebssystem auch für den Raspberry Pi gut anpassen und erweitern. FreeBSD ist besonders schnell und ressourcensparend. Zudem wird es wie viele Betriebssysteme für den Raspberry Pi kontinuierlich weiterentwickelt.

Auf der Download-Seite von FreeBSD erfährst du, was auf welchem Pi-Modell bereits stabil läuft.

Falls du noch mehr Interesse am Thema Raspberry Pi hast, schaue dir hier unsere weiteren Tutorials an.

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