Wie installiert man Android 11 auf dem Raspberry Pi 4?

Wie installiert man Android 11 auf dem Raspberry Pi 4?

Raspberry Pi, Software
12 November 2021

In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du ganz einfach Android 11 auf dem Raspberry Pi 4 installieren kannst und alle nötigen Google Apps aktivierst um auf den gesamten App Store zugreifen zu können.

Mit Android kannst du Google-Apps wie Netflix, YouTube oder Amazon Video auf deinem Bildschirm nutzen und deinen Fernseher ohne viel Aufwand in einen Smart TV verwandeln. Darüber hinaus kannst du mit der Plattform auch dein eigenes Tablett bauen. Die Benutzeroberfläche ist dabei denkbar einfach gestaltet und die Apps lassen sich sogar per Sprachsteuerung bedienen. Zum Glück lässt sich die Plattform mithilfe deines Raspberry Pi ganz einfach mit preiswerten Modulen nachbauen. Wir verraten dir, wie es geht.

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Android 11 auf dem Raspberry Pi installieren: Schritt für Schritt erklärt

  1. Aktuell gibt es leider keine offizielle Android Version von Google für den Raspberry Pi. Die beste Möglichkeit ist aktuell ein Custom-Build des LineageOS Projekts für den Pi. Downloade also im ersten Schritt das Image von KonstaKANG.
  2. Anschließend überträgst du das Image mithilfe der Software Etcher auf die microSD. Lege dazu einfach die microSD in deinen PC ein und lass Etcher ausführen.
  3. Stelle sicher, dass die richtige SD-Karte ausgewählt ist und alle wichtigen Daten auf dieser gesichert sind. Dieser Schritt überschreibt alle Daten auf der Karte! Danach überträgst du das startest du den Prozess, indem du auf „Flash“ klickst.
Flashen des Lineage OS Android Images mithile von balena Etcher
  1. Sobald der Flash-Prozess beendet ist, nimmst du die microSD aus deinem PC und steckst sie in den Pi. Jetzt ist es an der Zeit für den ersten Boot deines Android Systems, dabei ist zu empfehlen neben einem Monitor / Fernseher auch Tastatur und Maus anzuschließen.
  2. Danach nimmst du alle erforderlichen Grundeinstellungen in LineageOS vor (Zeitzone, Datum etc.).
Erster Boot und Einstellungen von Android auf dem Raspberry Pi
  1. Da die Android-Plattform noch komplett ohne Google-Apps läuft, müssen diese nachträglich installiert werden. Downloade hierfür die Open GApps. Außerdem empfiehlt es sich ebenfalls die Systempartition auf die Größe der SD-Karte zu erweitern, downloade hierfür die Datei des Herstellers. Kopiere nun die Zip Dateien auf einen USB-Stick und stecke diesen anschließend in den Pi.
  2. Nun öffnest du in LineageOS die Geräteeinstellungen und aktivierst unter System → Gesten und Bewegungen → Ein/Aus-Menü den erweiterten Neustart. Das hat zur Folge, dass der Custom Bootloader von KonstaKANG freigeschaltet ist. Starte mithilfe der F5 Taste das Gerät neu und wähle dann den Recovery Modus.
  1. Jetzt sollte ein Dialog angezeigt werden, bei dem du einstellen kannst ob du im den Read-Only Modus fortfahren willst. Swipe den Slider nach rechts um Modifikationen zuzulassen.
  2. Im Recovery Menü angekommen ist es an der Zeit den USB-Stick zu mounten, klicke deshalb auf Mount und stelle sicher, dass das Häkchen bei USB gesetzt ist.
Android auf dem Raspberry Pi 4 / Mount des USB Sticks
  1. Mithilfe des Pfeils am unteren Bildschirmrand gelangst du wieder zurück zum Hauptmenü, hier klickst du auf Install → Select Storage → USB. Wähle die lineage-[…]-rpi-resize.zip Datei aus um die Partition zu erweitern.
  1. In manchen Fällen tritt an dieser Stelle ein Fehler auf, sollte das bei dir der Fall sein muss die Data Partition neu erstellt werden: Wipe → Format Data und mit Yes bestätigen. Führe danach den beschriebenen Installationsschritt erneut aus.
  2. Installiere nun nach dem selben Vorgehen die OpenGApps Zip Datei.
Installation der Google Apps für Android auf dem Raspberry Pi
  1. Als letzten Schritt führst du noch einen Factory Reset durch. Bewege dich hierzu wieder zum Hauptmenü zurück und klicke auf Wipe. Um den Reset Prozess zu bestätigen, swipe den Slider nach rechts.
Factory Reset im Bootloader von Android auf dem Raspberry Pi
  1. Im Anschluss wählst du im Hauptmenü Reboot → System
  1. Jetzt kannst du dein Android 11 Raspberry Pi im Google Stil einrichten und über den App Store alle benötigten Anwendungen installieren.

Herzlichen Glückwunsch, du hast erfolgreich Android 11 auf deinem Raspberry Pi installiert, schreib uns deine Fragen und Anregungen gerne in die Kommentare.

Falls dein Interesse an spannendem Raspberry Pi und Maker Content immer noch nicht gestillt ist, schau gerne hier vorbei!

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Kommentare

  1. Hallo Zusammen, ich habe die aktuellste Lineage OS auf mein Raspberry Pi 4 Model B geflasht.
    Es funktioniert alles soweit, dannach habe ich das Google Play Store nach dieser Anleitung installiert und es funktioniert auch alles.

    Das Problem ist das dass System sehr sehr träge ist also wirklich nicht flüssig läuft.

    Ich habe mal die CPU frequency von 1000 mhz auf 1800 mhz erhöht und das System läuft flüssiger.

    Ich wollte Mal nachfragen ob dieses Problem bei den anderen auch auftritt und die Erhöhung der Taktfrequenz der CPU eine schlaue Lösung ist.

    Kann es auch sein das eine SD Karte mit 8/16 GB zu klein ist

  2. Hallo,
    ich versuche das Android mit dem original 7″ Raspi-Touchdisplay ans laufen zu kriegen, ist das möglich?
    Wenn ja, was muss ich einstellen und wo?
    Habe Andoid 12L mir runtergeladen und dann auf einer SD-Card installiert. Der Raspi 4 startet auch das Display zeigt auch den Regenbogen, danach aber nur noch eine graue Fläche.
    Denke, das hat was mit den Monitor (Display) Einstellungen zu tun. Ich weiß aber nicht wo ich das ändern kann.
    Danke für eine Beantwortung

    Thorsten

  3. Hallo an alle,

    erst mal vielen Dank für diese tolle Anleitung! Es hat alles soweit funktioniert. Allerdings, nach mehrmaligen Versuchen die Partitionen wie beschrieben zu erweitern hatte ich immer eine Fehlermeldung (hatte verschiedene Dinge ausprobiert). Funktioniert hatte es, wie “Benny Beanfart” beschrieben hat. Ich hatte aber die Dateien vom USB-Stick (die nicht funktioniert haben) lokal auf das Android-System kopiert, nicht erst gedownloaded und von dort aus gestartet. Das hat dann ohne Probleme geklappt, warum auch immer.

    Also, nochmals vielen Dank und alles Gute!

  4. Hallo zusammen,

    falls die Lineage …resize.zip nicht klappt (kommt öfter vor), um die Verzeichnisgröße anzupassen, einfach unter beliebigen Linux mit gparted vergrößern… klappt locker mit einer 128 GB Speicherkarte.

    Und google-Tools müssen auch nicht sein.
    f-droid und co liefern eine Menge Alternativen 😉

    Klappt soweit super.

    Gruß
    Oskar

  5. Ich fass es nicht, es geht tatsächlich. Ich schreibe dies hier auf einem Pi 400 unter Lineage im DuckDuckGo-Browser mit deutscher Tastatur.

    Den Fehler von 9. hatte ich auch. In meiner Verzweiflung habe ich die Datei im Lineage-Browser runtergeladen und konnte sie dann von Download statt vom USB-Stick installieren – warum auch immer. Was wirklich zu tun gewesen wäre hatte ich in der erwartungsvollen Hektik natürlich mal wieder überlesen 😎

    mit bestem Dank aus Luxembourg

  6. Hallo @Fabio,
    danke für deine Antworten…
    Als interner Speicher unter Android 11 erscheint mir 32 GB für meine Zwecke etwas knapp.

    Daher hier gleich die nächste Frage:
    Ich möchte für die Installation vom Lineage-OS (Android 11) eine 64 GB micro SD Karte verwenden, am liebsten die SanDisk Max Endurance 64 GB, wegen der hohen Zuverlässigkeit und längeren Haltbarkeit.
    (Auf Samsung Handys sind mir früher regelmäßig mehrere Transcend Karten unbrauchbar geworden).

    Muss ich beim Installieren des Images mit Etcher da noch irgendwas beachten ?
    Ich erinnere mich, dass beim Raspberry immer von einer 32 GB Grenze gesprochen wurde (zumindest beim NOOBS Image).
    Viele Grüße
    Coolman

    1. Hallo @Coolman,
      schön, dass dir mein Kommentar helfen konnte.

      Beim NOOBS Image kommt die Limitierung meiner Meinung nach vom verwendeten FAT32 Dateisystem welches von Microsoft auf 32GB Größe limitiert wurde um die Verwendung von NTFS zu bewerben. Der Flashprozess mit Lineage OS erzeugt allerdings 4 verschiedene Partitionen, drei für das System und die letzte für Benutzerdaten. Da diese im ext4 Layout erstellt wird und in einem der Schritte auf die Restgröße der SD-Karte erweitert wird, besteht hier ein theoretisches Maximum von 16 Terrabyte.

      Tldr:
      Die Größe der SD-Karte kann bedenkenlos gewählt werden, es besteht sogar die Möglichkeit, eine SSD über USB als Systemträger zu verwenden:
      https://konstakang.com/devices/rpi4/LineageOS18/
      Beim Punkt ‘Q: How to boot from USB device?’

      Viele Grüße
      Fabio von BerryBase

  7. Hallo Fabio,
    ich finde deinen Artikel sehr hilfreich, aber es fehlt leider der Link auf die OpenGApps Zip Datei.
    Auf der Website von KonstaKANG habe ich zwar viele OpenGApps Dateien gefunden, aber welche ist die richtige?
    Außerdem scheint keine für Android 11 da zu sein. Die neuesten haben nur ….10.0 …. im Dateinamen.
    Könntest du bitte den exakten Link ergänzen?

    2. Wird der USB Stick nur benutzt, um die Systempartition auf der microSD Card erweitern zu können?

    1. Hallo @coolman,
      vielen Dank für den Kommentar und das damit verbundene Interesse.
      Die Links waren leider nicht gleich ersichtlich, habe diese aber jetzt kursiv geschalten.

      In der hier verlinkten Version von LineageOs (18.1) wird die Android Version 11.0 verwendet, hier findest du den Changelog dazu:
      https://lineageos.org/Changelog-25/

      Bei der Verwendung der aktuellen Version der OpenGApps trat bei mir ein größerer Bug auf, weswegen ich auf einen älteren aber funktionierenden Build zurückgreifen musste. Falls du anstatt der pico eine andere Ausführung wählen möchtest, achte auf folgendes Prinzip:
      open_gapps-arm64-11.0-pico-20211021.zip

      Der USB Stick wird nur benutzt um die OpenGApps und das Script zur Erweiterung der SD Karte auf den Pi zu übertragen.

      Viele Grüße
      Fabio von BerryBase

  8. Was bedeutet in Abschnitt 6 der Satz

    Außerdem empfiehlt es sich ebenfalls die Systempartition auf die Größe der SD-Karte zu erweitern, downloade hierfür die Datei des Herstellers.

    Was muss ich von welchem Hersteller herunter laden?
    Der Rest ist gut verständlich und ich werde die Installation gerne durchführen.
    Gruß aus Essen
    Christoph

    1. Hallo Christoph,
      schön, dass du auch am Thema Android auf dem Raspberry Pi interessiert bist!

      Leider waren beim Veröffentlichen die Links noch nicht auf kursiv geschalten und deswegen nicht gleich ersichtlich.

      Einfach auf “Datei des Herstellers” klicken, die Zip Datei herunterladen und auf den USB Stick verschieben. Danach in den Recovery Modus booten und da im Reiter “Install” installieren.

      Viele Grüße
      Fabio von BerryBase

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